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Der Newsletter | Dezember 2015

Blended Learning

Blended Learning. Ein schillernder Trend in der Weiterbildung. Als Innovation gefeiert. Und doch mit Fragen, mit Zweifeln und Widerstand belegt. Was viele missverstehen: Blended Learning – das Zusammenführen verschiedener digitaler und analoger Lehrformate – ist kein Selbstzweck. Blended Learning ist ein Werkzeug. Es eröffnet neue Wege, Lernen und Arbeiten zusammenzuführen – und gibt damit den Menschen die Chance, an ihrem Arbeitsplatz „einen wirklich guten Job“ zu machen.

Die Digitalisierung hat unser Leben revolutioniert. Wir chatten, finden Informationen im Internet, treffen uns zu Online-Meetings, verfolgen Blogs, betrachten Lehrvideos, diskutieren in Foren und stimmen uns per Mails ab. Diese digitale Lebenswelt zieht seit einigen Jahren auch in die Weiterbildung ein. Mitarbeiter lernen immer häufiger am Arbeitsplatz statt im Seminarraum. Sie lernen am Laptop oder Smartphone - gerade dort, wo sie im Augenblick sind.

Smartphone statt Seminarraum: Nicht nur die Werkzeuge des Lernens haben sich verändert. Auch das Lernen selbst ist anders gestaltet. Früher kam man zum Seminar im Tagungshotel zusammen: Beispielsweise drei Tage Kommunikationstraining, dann ging es zurück zum Arbeitsplatz. Dieses „en-bloc“-Lernen tritt bei modernen Lernkonzepten zurück. An seine Stelle treten komplexe Lernprozesse über einen langen Zeitraum. Verschiedene Lernformate werden dafür didaktisch geschickt miteinander kombiniert. Mitarbeiter lernen ganz so, wie sie sonst auch in der digitalen Welt kommunizieren: Sie erarbeiten sich Inhalte in E-Learnings und nehmen an Webinaren teil. Sie diskutieren auf virtuellen Plattformen, chatten mit Lernbegleitern - und besuchen auch (kurze!) Präsenztrainings.

Doch der Reihe nach. Mitarbeiter sind mehr denn je auf Wissen angewiesen. Getrieben von der Dynamik der Wirtschaft verändern sich die Aufgaben der Mitarbeiter; viele arbeiten in Projekten, nehmen wechselnde Rollen ein und stehen vor immer neuen Aufgaben. Mitarbeiter sehen im Wissen heute wie selbstverständlich ein Arbeitsmaterial, das „on-demand“ gebraucht wird: am Arbeitsplatz verfügbar, sofort erreichbar, bedarfsgerecht für aktuelle Aufgaben und Projekte. Mitarbeiter wollen Wissen möglichst unmittelbar abrufen, wie sie abends beispielsweise einen Spielfilm als Video streamen: Jetzt. Hier. Und exakt auf den Bedarf zugeschnitten.

Für die Unternehmen gilt ähnliches - wenngleich mit einem anderen Akzent. Unternehmen leben heute vom „Rohstoff Wissen“, wie es in der digitalen Arbeitswelt täglich gebraucht wird. Doch nur dann, wenn Mitarbeiter Gelerntes auch wirklich nutzen und anwenden, bleiben Unternehmen wettbewerbsfähig: Eine enge Verflechtung von Wissen und Arbeit. Die Konsequenz: Unternehmen müssen Wissen sorgsam bei Mitarbeitern und in der Organisation der Unternehmen verankern, didaktisch klug in den Köpfen fixieren. Daraus ergeben sich völlig neue Anforderungen an den Lernprozess.

Eine dieser Anforderungen ist die Nachhaltigkeit. Der Mitarbeiter soll das Gelernte besser behalten und im Arbeitsalltag anwenden. Deshalb ist der Lernprozess so ausgelegt, dass der Lernende das Wissen über längere Zeit auf verschiedene Weise wiederholt. In Lernschleifen überdenkt er das Wissen, probiert es in der Praxis aus, tauscht sich in der Gruppe oder mit dem Lernbegleiter über Erfahrungen aus oder klärt Fragen in der Literatur. Die Weiterbildung besteht also nicht aus einem kompakten Drei-Tages-Seminar, sondern aus kurzen Lernabschnitten, die geschickt miteinander kombiniert werden.

Ein einfaches Beispiel dafür: In einem Fernmodul – etwa in einem Web Based Training – erarbeiten sich Teilnehmer erste Inhalte. Die Teilnehmer werden damit auf ein nachfolgendes Präsenzmodul vorbereitet, das auf diesen ersten Input auf-baut. Dieses Präsenzmodul kann starten mit Übungen und Feedback, es leitet über zum Austausch über diese Übungen und zum Klären von Fragen. Daran schließt ein zweites Fernmodul an, das beispielsweise in einem Online-Meeting die Inhalte wiederholt - und dann möglicherweise auf ein weiteres Präsenzmodul vorbereitet. Auf diese Weise lassen sich verschiedene Module miteinander verketten und didaktisch ineinander verschränken. Bei Neuland & Partner nennen wir dies das Prinzip der Verzahnung.

Der Mitarbeiter lernt in kurzen Einheiten, manchmal nur eine halbe Stunde oder noch weniger („learning nuggets“). Wie Weiterbilder aus den USA sagen: „Bite Size is the Right Size!”, Aber: Mitarbeiter lernen häufiger als früher. Kurz, aber oft und über einen langen Zeitraum – diese Formel beschreibt den neuen Lernrhythmus. Aus diesem Grund muss Lernen „niederschwellig“ sein. Dies bedeutet: Der Mitarbeiter macht sich nicht auf den Weg zur Bibliothek oder zum Seminarraum. Er kann unkompliziert vom Arbeitsplatz aus lernen (oder so-gar unterwegs vom Smartphone aus). Das virtuelle Klassenzimmer ist nur einen Mausklick entfernt. Die Inhalte sind einfach zu finden und leicht erfassbar aufbereitet; technische Hürden gibt es für den Lernenden nicht. Mehr noch: Der Mitarbeiter kann im gewissen Rahmen sein eigenes Lerntempo wählen; er ist frei bei der Wahl der Lernortes und der Lernzeit.

Von Vorteil ist, dass diese virtuell-digitale Lernweise den meisten Mitarbeitern vertraut ist. Sie entspricht ihrer beruflichen und privaten Lebenswelt. Fast jeder hat ein Smartphone. Chats und Social Media sind bekannt. Mit Computern und Dateien kann jeder umgehen. In Zeiten, in denen man Fahr-karten am Rechner ausdruckt und Steuererklärungen online sendet, ist den Menschen das Lernen am Computer vertraut. Kurz: Die Lernwelt entspricht der Lebenswelt. Diese Vertrautheit macht Lust auf das Lernen, fördert die Akzeptanz – und baut Motivation auf.

Ein Punkt ist dabei wichtig: Die Nutzung vieler verschiedener Lernformate für die Weiterbildung – „Blended Learning" - ist kein Selbstzweck. Und es geht um weit mehr als nur darum, dass Mitarbeiter bequem vom Laptop aus an Seminaren teilnehmen können. Oder dass Unternehmen Kosten für Tagungshotels sparen. Die Revolution in Training und Weiterbildung nutzt zwar digitale Kanäle. Im Kern aber geht es um die komplexen Lernprozesse und die innovativen didaktischen Konzepte, die dem Wissensbedarf der heutigen Arbeitswelt gerecht werden. Mit „Blended Learning“ – als Werkzeug! – können die neuen Anforderungen an den Lernprozess umgesetzt werden. „Blended Learning“ führt unterschiedliche Seminarformate zusammen. Damit werden die drei didaktischen Grundsäulen des Blended Learning abgedeckt: Präsenztraining, selbstgesteuertes Online-Lernen (E-Learning) und synchron gesteuerte Online-Trainings. Flankiert werden diese Formate durch Social Media, Chats und ähnliche Online-Tools.

Den drei didaktischen Grundsäulen lassen sich besonders geeignete Wissensbereiche zuordnen. Das Lernen von Faktenwissen kann beispielsweise ausgelagert und in E-Learnings vermittelt werden. Erfahrungswissen lässt sich gut vermitteln über Online-Trainings; diese Formate gestatten Austausch und Reflexion. Für die Vermittlung von Handlungswissen eignen sich Präsenztrainings, die mit Übungen und direktem Feedback arbeiten. Dort haben die Trainer die gegenwärtigen Bedürfnisse der Teilnehmer gut im Blick; auch können persönlicher Austausch der Lernenden und hohe soziale Verbindlichkeit ermöglicht werden.
Dies verdeutlicht: „Blended Learning“ bedeutet nicht einfach, dass Unternehmen ihre Seminarräume schließen und das Lernen ganz in die digitale Welt verschieben. Je nach Lernziel soll beim „Blended Learning“ das optimale Format verwendet werden. Nochmals wird deutlich: Das klassische Präsenztraining befindet sich nicht in einer evolutionären Sackgasse, sondern wird unverzichtbarer Teil eines übergeordneten Lernprozesses.

Dank des digitalen Fortschritts und dessen Verbreitung in der Lebenswelt von Mitarbeitern können wir heute komplexe und nachhaltige Didaktikkonzepte verwirklichen. Über solche Lernprozesse, die mit ihren Lernschleifen das Wissen immer weiter der Arbeitspraxis zuführen, dachte man bereits vor dreißig Jahren nach. Aber das Umsetzen war schwierig. Es fehlte an geeigneten Werkzeugen. Mit den neuen didaktischen Konzepten und Lernprozessen, wie sie sich für die Zukunft abzeichnen, verändert sich allerdings auch die Rolle des Trainers. Die Didaktik wandelt sich von einer Belehrungsdidaktik zur Ermöglichungsdidaktik. Zu lehren bedeutet heute, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern Austausch, Selbstlernen und Erfahrungen zu ermöglichen. Der Trainer wird zum Lernbegleiter, eine neue Rolle, in die viele Trainer hinein-wachsen müssen und zum Glück auch hineinwachsen wollen. Denn genau an diesem Punkt liegt die Herausforderung für sie.

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So vielseitig kann ein Methodentag sein

Nachbericht vom Herbst-Impulstag von GABAL e.V. in Mainz

Überraschung reihte sich an Überraschung und manch ein verblüffendes Element wurde als zielführende Methode entdeckt. So gewannen Vorträge und Workshops auf zwei Arten für die Teilnehmer des Herbst-Impulstages von GABAL e.V. am 31. Oktober 2015 in Mainz. Einmal war das die Vermittlung von Informationen, zum anderen durch das Mitmachen.

Betont knapp war die Begrüßung der fast 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Tagungsraum über den Dächern der Domstadt am Rhein. Der besondere Gruß von Vorstandssprecher Hanspeter Reiter galt dem Gründungsmitglied Prof. Hardy Wagner. Eine Ehrung erhielt Gerd Hilbert für seine 25-jährige Mitgliedschaft im GABAL-Verein. Kurz vorgestellt wurde das für das Jubiläum 2016 geplante Workbook. Dann ging es los mit dem Methodenfeuerwerk.

Ein Freund von Paradoxien ist Keynote-Speaker Gert Schilling aus Berlin, der sich auf Didaktische Zauberkunst spezialisiert hat und es mit dem Medium versteht, Botschaften überraschend zu präsentieren. Schon als Junge hat er zum „Zauberkönig“ aufgeschaut, einem Laden für magisches Zubehör in Berlin-Neukölln, den es auch heute noch an selber Stelle gibt.

„Ich werde keine Zauberkunststücke verraten“, warnte Schilling, „aber ich kann sie euch beibringen.“ Nach dem Box-Paradox, zweier Schachteln, die sich jeweils in der anderen unterbringen ließen, wurden die Tagungsgäste unterrichtet, wie man in ein Seil einen Knoten schießen kann, was bei vielen auf Anhieb geklappt hat. Wichtig sei es dabei stets, Ruhe in die Präsentation zu bringen. Das galt schließlich auch für die Vorbereitung und Ausführung von Kartentricks.

Bei seinen Präsentationen beschränkt sich Dr. Stefan Groß gerne auf vier Aspekte, die er in Mainz bei seinen visuellen Interventionen unter dem Motto „The Power of Pen“ an der Flipchart vorführte. „Wann und wo kann man visuell im Rahmen eines Vortrages eingreifen?“ So lautete die Ausgangsfrage des promovierten Pädagogen. In Gegenwart der Zuhörer sei Schnellzeichnen wichtig, damit Spannung aufgebaut werden und später nicht abreißen kann.

Für den Vortragenden geht es nach Groß darum, Text, Bild und Struktur in einen harmonischen Zusammenhang zu bringen. Er schloss seinen Part mit den Tipps, mit dem anzufangen, was man am besten kann, nicht an der Chart hängen zu bleiben und auch nicht zu versuchen, alles auf einmal vorzubereiten.

Nach einer ersten Seminarpause brannte Matthias Garten sein Feuerwerk ab mit Präsentationstrends und –ideen für 2015 und 2016. In Digitalmedien können Darstellungen ganz unterschiedlich sein: flach und plakativ, ohne Schatten und Outline und begrenzt auf zwei Dimensionen. Aktuell werde gerne Kachel-Design eingesetzt wie bei der aktuellen Windows-Optik. Gerne verwenden Präsentatoren Darstellungen, die abgeleitet sind von Game Designs. Retro Entwürfe seien wieder im Kommen wie auch transparente Flächen in Präsentationen. Inhalte würden reduziert, daneben tauchen große Schriften in unterschiedlichen Farben auf oder Zahlen ohne Nachkommastellen. Gestaltungselemente würden sehr reduziert eingesetzt, handgezeichnete Pfeile mit Schreibschrift sind anzutreffen wie auch Kreiselemente, die Texte enthalten.

Als Gegenpart zum flachen Aufbau gewinnen narrative Elemente nach Referent Garten an Bedeutung. Hier gehe der Trend auf der einen Seite zur Effizienz mit immer kürzeren Aussagen. „Wir müssen da in zwei Sätzen auf den Punkt kommen“, so der Präsentationsexperte. „Wir sind gezwungen, uns zu komprimieren.“ Auf der anderen Seite stehe die Effektivität, bei der Erzählen mit Bildern, in Märchen und verstärkt durch Storytelling auch in einer digitalen Variante zum Einsatz käme. Als Tipp dazu betonte Garten: „Erzähl Geschichten.“ Ins Gespräch komme man durch die Geschichte, die man zu erzählen habe.

Folgt man Matthias Garten, dann tragen besonders digitale Werkzeuge bei Präsentationen zu ihrer Verbreitung bei. Das iPhone verändert die Gesellschaft, negative Aspekte dazu könne man nachlesen bei Manfred Spitzers neuem Buch „Cyberkrank“. Tablets setzen ihren Einfluss fort, von 36% Marktdurchdringung 2015 ist für sie ein Anteil von 48% drei Jahre später zu erwarten.

Bei Software-Tools kämen jedes Jahr rund zehn neue auf den Markt, wobei alte Hilfsmittel dabei verdrängt werden. Garten führte Nutshell für schnelle Einspielbilder und Filme praktisch vor und empfahl Haiku Deck mit vielen copyrightfreien Bildern und das lizenzfreie Slideflight. Ohne digitale Medien setzte Sabine Heß den Methodentag in Mainz fort. Die Trainerin nutzt bei Ihren Auftritten gerne Rollenspiele, empfahl jedoch, stets methodisch vorzugehen, damit es für die Teilnehmer noch cool bleibt. Aufgabe des Vortragenden sei es, Abschreckendes für die Hörer zu vermeiden. Wie das funktioniert, ließ die Trainerin ihr Auditorium in Beispielen erfahren. Methodisch gäbe es für Rollenspieler die Möglichkeit, sich Unterstützung aus dem Publikum zu holen, die Verantwortung für eine Rolle auf mehrere aufzuteilen oder abzuklatschen, damit ein anderer Teilnehmer den Faden aufnehmen und weiter spinnen könne.

Rollenspiel bedeute, dass die Zuhörer aus ihrer Komfortzone herausgeholt werden und aktiv werden sollen. Der Trainer muss nach Sabine Heß darauf achten, dass die Aktivierten nicht in eine Paniksituation geraten. Dazu muss er Methoden kennen, wie Aufgeregtheit umgelenkt werden kann auf eine geeignetere Aufgabe oder weg von der gestressten Person. So lassen sich Einwände gegen Rollenspiele ausschalten.

Nach der Mittagspause bot Meike Lenz-Scheele die Möglichkeit der Selbstaktivierung mit Duft und Bewegung. Von guten Erfahrungen mit Zitrusduft im Raum berichtete die Referentin, weil er zu mehr Aufmerksamkeit beitrage. Düfte haben stets Auswirkungen auf das Wohlbefinden. Auf dem Markt gebe es essentielle Ölmischungen, die Erfolge bei Selbstaktivierung und in Gruppen unterstützen.

Lenz-Scheele ging auch auf die Körperhaltung ein. Koordination und Unterschiede beim Gleichgewichtsgefühl sind zu spüren und mit gezielten Übungen zu verbessern. Die Sitzhaltung lasse sich durch einen aufgeblasenen Luftballon zwischen Rücken und Lehne optimieren und für eine angenehmere Situation sorgen.

Spielerisch-kreative Inszenierungen waren das Thema von Axel Rachow. Wie erreicht man, dass Spannung entsteht und gehalten werden kann? Welche Hilfsmittel können dabei helfen? Ein Vortragender sollte Überraschungsmomente schaffen. Als Eyecatcher könnten größere Fotos zum Einsatz kommen oder großformatige Requisiten. Verwende man die IKEA-Blumensäule und arrangiere Gegenstände darauf, sammelten sich alle Blicke unwillkürlich auf diesen Objekten. Ähnlich funktioniere das mit Pappkartons, die von Rachow beschriftet wurden. Solche Kartons wecken zusätzlich an Aufmerksamkeit, wenn sie gedreht oder anders gestapelt werden. Aussagen können visualisiert werden und bleiben präsent. Eine spannende Möglichkeit, den Raum zu füllen, bietet ein schwarzes Tuch, mit dem ein zentraler Gegenstand zunächst verhüllt bleibt. Dem Referenten könnten größere Requisiten helfen, Lampenfieber abzubauen. Notizen zum Vortrag können dem Sprecher weiterhelfen, den Faden nicht zu verlieren.

Dinge, die man in die Hand nehmen kann, machen Verknüpfungen zu Kernaussagen leichter. Beispiel: KAPA-Platten sind weiß beschichtete Kunststoffplatten, die es im Fachhandel für Grafikbedarf gibt. Mit ihnen lassen sich zentrale Gedanken einer Präsentation in Farbe darstellen. Der Referent kann sie in die Hand nehmen, vor sich hinhalten und schließlich an eine Pinwand hängen. Einzelne Bögen aus Flipchart-Vorträgen können mit Flipchartbügeln im Raum verteilt werden und sorgen so für eine anhaltende Vermittlung der Kernaussagen. Mit der Länge nach verdrehtem Kreppband ist eine Fixierung von leichten Materialien im Raum ebenfalls möglich. Illustrationen, die man während eines Vortrages einsetzen möchte, kann man vorbereiten und auf der Rückseite mit einem speziellen Klebestift aus dem Hause 3M Scotch bestreichen. Sein besonderer Leim ermöglicht es, dass so behandelte Bilder sich wieder ablösen und an anderer Stelle erneut anbringen lassen.

Dabei freuten sich Referent wie Publikum über die Chance, die doppelte Zeit für die "Champagnerperlen" zu belegen: Kurzfristig hatten gleich drei Referenten abgesagt, von denen zwei jeweils einen Kurz-Slot bedient hätten. Betroffen war zudem die geplante final-keynote, die Matthias Garten mit vertieften Einblicken zu Nutshell und CANVA bediente. Auch dies war von den Teilnehmenden erwartungsfroh fast gewünscht gewesen. Ein reger Austausch fand den ganzen Tag über statt zwischen Teilnehmern und Referenten sowie den Sponsoren, die hilfreiche Unterlagen für den Trainer- und Coachingalltag anboten. Erfüllt waren die Teilnehmer am Abend des Impulstages und ihre Taschen prall voll mit Druckwerken, die Antworten auf zusätzlichen Fragen gaben.

Das GABAL-Führungsteam konnte zum Abschluss schon auf den nächsten Impulstag verweisen. Da der GABAL e.V. 2016 40 Jahre alt wird, soll es am 4./5. Juni 2016 in Seeheim-Jugenheim in zweitägiges Treffen mit „Impulsen, die Sie weiterbringen“ geben. Das Programm finden Sie schon jetzt unter:
impulstage.gabal.de/jubilaeums-impulstag-2016.html

Dieter E. Gellermann
www.d-e-g.de

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Führungsethik

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Ethik ist nie bequem. Sie zwingt uns, anzuhalten und zu reflektieren, ob es gut und richtig ist, was wir tun. Sobald es keinen kritischen Diskurs über Fragen der Ethik gibt, verliert sie ihr notwendiges Korrektiv.

Wir verlassen die Welt der Industrialisierung und entwickeln uns in eine Welt der Wissensgesellschaft. Der Kunde ist aufgeklärt und kritisch, der Mitarbeiter vernetzt und informiert. Die Menschen erwarten heute, dass Unternehmen nicht nur legal handeln, sondern auch moralische Prinzipien (Würde, Fairness, Gerechtigkeit) achten, also legitim handeln. Organisationen stehen oft im Diskurs zwischen Profit und Moral. Wie sie mit diesem Diskurs umgehen, sagt etwas über die Entschlossenheit und Ernsthaftigkeit aus, Ethik als Fundament der Unternehmenskultur wahrhaft zu etablieren. In solchen Diskursen zeigt sich auch, inwieweit Organisationen ihre meist hehren Werte aus Hochglanzbroschüren auch leben.

Aber: Attraktive Werte sind nicht das Einzige was zur Ethik gehört. Grenzen ziehende Normen in Form von Regeln gehören ebenso dazu. In den Kreis der Ethik fällt damit die Benennung dessen, was zu unterlassen ist – Regularien, zu denen sich die Organisation verpflichtet. Zudem wurzeln in der Ethik die Haltungen, die von Führungskräften und Mitarbeitern für die Kooperation erwartet und gefordert werden.

Wir sprechen bewusst von „Ethik“, nicht von Philosophie oder „Unternehmensphilosophie“. Denn wissenschaftliche Ethik – Teildisziplin der Philosophie – betrifft das praktische Handeln Einzelner und Organisationen; andere Teildisziplinen der Philosophie (etwa Erkenntnistheorie oder Wissenschaftstheorie)  sind aus gutem Grund für Unternehmen ohne Bedeutung.

Die Beachtung dieser Gesamtheit an ethischen Normen und Werte hat für das Unternehmen hohe – existentielle - Bedeutung. Werden ethische Aspekte verletzt, verlieren Unternehmen ihre Reputation, Führungskräfte ihre Akzeptanz, Mitarbeiter ihre Solidarität ihrer Kollegen.

Im Feld der Führungsethik geht es um die Identität der Organisation und ihrer Akteure, speziell der Führungskräfte. Die Fragen: Wer sind wir? Wo wollen wir hin? Was ist uns wichtig? Im ethischen Diskurs entsteht Sinnstiftung und prägt sich Führungskultur aus. Dabei wird die Richtung allen Führungshandelns vorgegeben.

Im speziellen Kontext von Leadership geht es darum, Inspiration und Motivation durch Sinngebung und durch gelebte Werte zu gestalten. Die kritisch-normative Reflexion der menschenwürdigen und fairen Beziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeiter ist essentiell. Zu beleuchten sind Aspekte wie Macht und Legitimation in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft mündiger Bürger. So schreibt der Führungsforscher Peter Ulrich: „Ohne die Prämisse der funktionalen Notwendigkeit asymmetrischer Organisationsbeziehungen wäre eine spezifische Führungsethik gegenstandslos; diese setzt hierarchische Strukturen als gegeben voraus, fragt jedoch nach den ethischen Voraussetzungen und Grenzen zumutbarer Anweisungen an die Mitarbeiter.“

Im Kontext der Systemgestaltung und -steuerung fokussiert Führungsethik die Gestaltung unternehmensinterner und externer Beziehungen sowie der Geschäftsethik, in der es um Produkt-Markt-Konzepte geht. Es stellen sich zudem Fragen nach der legitimen und sinnvollen gesellschaftlichen Rolle der Organisation und der institutionellen Gestaltung des Systems. Führungsethik im Kontext der Selbstführung braucht eine Reflexion der ethisch-moralischen Wertvorstellungen jeder einzelnen Führungskraft. Wichtig in diesem Zusammenhang ist der Abgleich mit den impliziten und expliziten ethisch-moralischen Werten der Unternehmenskultur. Dieser Abgleich ermöglicht eine Ausrichtung des individuellen Führungsverhaltens.


 

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