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Der Newsletter | Mai 2017

Schwierige Gespräche – Kopf über Wasser

Das kennen Sie: Streit in Ihrer Abteilung. Zwischen Ihnen und einem Kollegen. Schon seit Wochen herrscht „dicke“ Luft ... Wie verhalten Sie sich nun? Wissen, wie es (besser) geht: Meistern Sie souverän Ihre Herausforderungen im Berufsalltag! Unsere Trainer zeigen Ihnen die besten Tipps und Tricks. Praxiswissen der Profis – unsere „Learning Nuggets“ für Sie!

Die Artikel in unserem neuesten Newsletter:

  • Wie gehen Sie mit schwierigen Gesprächssituationen um? Wir erklären Ihnen die Chancen von „Ich-Botschaften“. 
  • Treffen Sie klug Entscheidungen! Dr. Stefan Groß zeigt im Interview, wie es geht. 
 

Das Neuland Konfliktmanagementseminar

 

Ich-Botschaft statt Vorwürfe

In schwierigen Gesprächen versuchen wir häufig sachlich zu bleiben und Gefühle zu unterdrücken. Selbst dann, wenn in uns Zorn und Ärger brodeln. Aber: Die Gefühle „herunterzuschlucken“ ist häufig keine gute Lösung – weder für das Gespräch noch für Sie selbst. Wir bieten Ihnen eine Alternative. Mit sogenannten „Ich-Botschaften“ können Sie Ihre Emotionen ins Gespräch bringen, ohne andere zu verletzen. In unserem Newsletter zeigen wir Ihnen, wie dies geht – und wie Sie mit Ich-Botschaften die Konfliktlösung unterstützen.

Das kennen Sie: Streit in Ihrer Abteilung. Zwischen Ihnen und einem Kollegen. Schon seit Wochen ist „dicke“ Luft. Zunächst ging es um Kleinigkeiten, darum, wie Sie Ihre Arbeit an den Kollegen übergeben. Klar, kann man sachlich drüber reden. Doch die Fronten verhärten sich plötzlich: Unfaire Vorwürfe werden laut, haltlose Anschuldigungen. Das lassen Sie sich nicht bieten. Das jüngste Gespräch wurde richtig emotional und laut. Trotzdem wollen Sie die Notbremse ziehen und eine Lösung für den Konflikt finden? Sehr gut! Doch – wie geht das? 

Bestimmt nicht, indem Sie jetzt Ihre Gefühle unterdrücken und sich zwingen, „sachlich“ zu bleiben. Gefühle wie Enttäuschung oder Zorn lassen sich bei schwierigen Gesprächen kaum unter den Teppich kehren, meinen wir Trainer von Neuland Partners for Development & Training. Also auf den Tisch damit. Aber klug, souverän – und für den anderen nicht verletzend.

Unsere erste Empfehlung: Ignorieren Sie diese Gefühle nicht. Nehmen Sie wahr, wenn in Ihnen Frust hochsteigt. Ziehen Sie die Bremse, atmen Sie durch – und bringen Sie Ihren Ärger zur Sprache. Mit Ich-Botschaften, etwa so: „Ich finde, dass wir beginnen, Mauern aufzubauen, dass wir gegeneinander reden – und nicht miteinander.“ Danach haben Sie eine gute Chance, Ihre Wahrnehmung zu äußern. Formulieren Sie umsichtig. Manchmal trügt die eigene Wahrnehmung. „Ich habe den Eindruck, dass Sie mit unserer momentanen Zusammenarbeit so nicht zufrieden sind. Mir geht es genauso. Lassen Sie mich Ihnen deshalb auch meine Perspektive schildern, damit wir auf konstruktive Weise eine Lösung finden, die für uns beide funktioniert.“

Mit diesen Ich-Botschaften werden Sie den Kollegen vielleicht nicht sofort bremsen. Aber: Sie haben das Gespräch eröffnet darüber, wie Sie miteinander reden wollen. Wir Trainer nennen dies „Metaebene“. Sie diskutieren nicht die Streitpunkte, sondern die Art und Weise, wie Sie über die Streitpunkte sprechen wollen. Jetzt ist es an Ihrem Gesprächspartner, auf Ihr Angebot einzugehen und den Dialog auf dieser Metaebene fortzusetzen. Fordern Sie ihn! Ihre Frage: „Wie ist Ihr Eindruck?“ oder: „Was müsste aus Ihrer Sicht anders sein?“.

Möglichkeit eins: Sie haben das Gespräch souverän auf ein gutes Gleis gebracht. Sie kommen in einen konstruktiven Dialog, vielleicht verändert sich die Zusammenarbeit. Möglichkeit zwei: Der Kollege sperrt sich. Dann schlagen Sie einen späteren Termin für die Fortsetzung des Gesprächs vor; ziehen Sie für diesen Termin einen Dritten hinzu. Notfalls können Sie das Gespräch eskalieren („In diesem Ton möchte ich nicht weitersprechen.“). Dann – und erst dann! - geht’s zum Vorgesetzten. 

Ich-Botschaften bilden eine gute Strategie, schwierige Gesprächssituationen zu meistern. Sie äußern das, was Sie bewegt. Sie äußern Ärger, Wut, Betroffenheit, Zweifel, Freude – was auch immer. Doch durch Ich-Botschaften vermeiden Sie den „emotionalen“ Sprung zu Interpretationen und (Trug-)Schlüssen. Das heißt: Ich-Botschaften bieten anderen keine Angriffspunkte. Das macht Ich-Botschaften so wirkungsvoll. Vermeiden Sie also in jedem Fall Schuldzuweisungen, allgemeingültige Aussagen und andere konfrontative „Ist-Botschaften“ („Das ist Ihr Versäumnis, nicht meins!“). Dies würde Ihren Gesprächspartner nur in die Defensive drängen; die Fronten würden verhärten. Besser: Sie verändern mit Ihrer Ich-Botschaft den Fokus – und zwar vom Thema auf Ihren Zustand. Etwa so: „Ich habe zunehmend das Gefühl, dass wir noch weit von einer gemeinsamen Lösung entfernt sind.“ Dann fragen Sie nach der Wahrnehmung Ihres Gesprächspartners: „Wie ist Ihr Eindruck?“. Formulieren Sie die Fragen offen. Nicht: „Sehen Sie dies genauso?“ Sondern: „Wie sehen Sie dies?“ Geben Sie dem anderen Raum.

Ein weiteres Beispiel. Das Gespräch dreht sich im Kreis. Auch hier keine Schuldzuweisung, sondern mit einer Ich-Botschaft den Fokus verändern. „Wenn ich uns so beobachte, kann ich keine Annäherung feststellen. Wir kommen nicht weiter.“ Dann die Wahrnehmung der anderen erfragen: „Wie ist Ihr Eindruck?“ Und der nächste Schritt: Öffnen Sie den „Raum der Möglichkeiten“, wie Trainer dies nennen. Ein Beispiel dafür: „Was wäre, wenn wir heute (noch) zu keinem Ergebnis kommen?“ Dann könnte jeder für sich die Situation nochmals überdenken. Die Gesprächspartner sind einverstanden? Prima! Brechen Sie das Gespräch einvernehmlich ab. Vereinbaren Sie einen neuen Termin – und formulieren Sie gemeinsam Erwartungen für diesen Termin. 

Souveränität, Ich-Botschaften, ein neuer Fokus sowie der Raum der Möglichkeiten helfen in schwierigen Gesprächssituationen weiter. Nutzen Sie Ihre Chancen, den Dialog ins Positive zu wenden!

Herzlichst
Ihr Team von Neuland Development & Training

Auf Erfolgskurs mit meinen Zielen

Transparenter Kriterienkatalog ist eine wichtige Hilfe

Klug Entscheidungen treffen

Herr Dr. Groß, Sie führen für das Unternehmen BENTELER ein Training zum Thema „Qualität von Entscheidungen“ durch. Entscheidungen finden – scheinbar ein Alltagsthema. Weshalb ist es dennoch so wichtig?

Dr. Stefan Groß: Unternehmen verändern sich stark. Früher wurde in klassischen Hierarchien entschieden. Heute gibt man Entscheidungen direkt in die Hände eines Bereichs- oder Projektverantwortlichen. Gute Entscheidungen treffen – dies müssen immer mehr Menschen können. Dafür brauchen sie unter anderem die Kernkompetenz der Selbstdistanzierung und der ganzheitlichen Sicht auf die Dinge.

Selbstdistanzierung?

Ja! Man muss den eigenen Standpunkt verlassen. Dann kann man neue Sichtweisen auf ein Thema kennenlernen. Diese Kompetenz fördern wir gezielt in unserem Training!

Was vermittelt das Training darüber hinaus?

Die Reflexion eigener Entscheidungsmuster. Häufig entscheiden Mitarbeiter unbewusst, auf Basis von Handlungsroutinen. Im Training erproben wir den Einsatz von bestimmten, bewährten Vorgehensweisen. Dann analysieren wir: Wie fallen die Entscheidungen bei einer systematischen Entscheidungsfindung aus – etwa im Vergleich mit der unbewussten Routine?

Was empfehlen Sie Teilnehmern konkret?

Entscheidungen sind immer ein Prozess. Hilfreich ist die kluge Kombination von „Kopf“ und „Bauch“. Dabei sollten sich Mitarbeiter immer auch die Kriterien bewusst machen, nach denen sie entscheiden wollen – oder nach denen entschieden werden soll. Die Erfahrung zeigt: Ein transparenter Kriterienkatalog und ein geschulter Blick auf die Alternativen und Optionen – dies ist die halbe Miete für eine gute Entscheidung. 

Für eine gute Entscheidung – aber vielleicht nicht für eine sichere Entscheidung?

Bei Entscheidungen gibt es nie Erfolgsgarantie. Entscheidungen sind immer auch ein Risiko. Entscheidungen dürfen dann zwar individuell sein – aber nicht regellos. Meine Botschaft ist: Beim Entscheiden können wir viele Fallstricke vermeiden. Und genau dies erklären wir in unserem Training bei der Firma BENTELER.

Und? Interesse am Thema? In drei offenen Profi-Seminaren trainieren Sie, klug Entscheidungen zu treffen: 

Im Seminar „Führen bei steigender Komplexität“ lernen Sie Strategien, mit den Anforderungen an Ihre Führung in der komplexen Welt umzugehen – und dabei auch sicher zu entscheiden. Weitere Informationen hier» 

Im Seminar „Erfolgsfaktoren guter Zusammenarbeit“ zeigen wir Ihnen, wie Teams ihre Entscheidungen verbessern können. Weitere Informationen hier»

Das Thema Moderation: Im Seminar „Entscheidungen, Konflikte und Probleme moderieren“ bereiten wir erfahrene Moderatoren auf die anspruchsvolle Aufgabe vor, professionell bei der Entscheidungsfindung zu begleiten. Weitere Informationen hier»

Dr. Stefan Groß ist Trainer, Berater, Coach und Moderator bei Neuland Development & Training. Er leitet das Neulands Institute for Personnel Development.

Benteler Logo
BENTELER schafft Lösungen, die den Unterschied machen – für seine Kunden, Mitarbeiter und die Gesellschaft. Mit rund 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an 153 Standorten in 40 Ländern steht die BENTELER-Gruppe für herausragende Material-, Fertigungs- und Technologiekompetenz in den Bereichen Automotive, Steel/Tube und Distribution. Unter dem Dach der strategischen Führungsholding BENTELER International AG sind die drei Divisionen BENTELER Automotive, BENTELER Steel/Tube und BENTELER Distribution organisiert. Kontinuierlicher Fortschritt durch neue Werkstoffe, Technologien und Produkte sowie langfristiges, profitables Wachstum sind die tragenden Säulen der 140-jährigen Erfolgsgeschichte der BENTELER-Gruppe, die sich in vierter Generation in Familienbesitz befindet. 


 

Schwierige Gespräche – Kopf über Wasser
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